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Forum von Dianas Aspergerseite Forum über Autismus und Asperger Syndrom - und Spielzeug für Aspies!
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Ikarus-70
Anmeldungsdatum: 19.01.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 107 Wohnort: Ostfriesland
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Verfasst am: 16.05.2010 22:38 Titel: Angst vor Zurückweisung |
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| Ich habe irgendwo gelesen, dass eine übersteigerte Angst vor Zurückweisung etwas ist, das zum Asperger-Syndrom gehört. Bei mir würde es jedenfalls passen. Weiß jemand mehr darüber? (Z.B.: Ein Link zu einer Fach-Seite, wo es so beschrieben wird) |
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Bahia

Anmeldungsdatum: 10.05.2010 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 39
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Verfasst am: 17.05.2010 10:42 Titel: |
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Was meinst du mit Zurückweisung?
Dass jemand vermittelt: "Ich mag dich nicht/ich finde dich doof", oder dass du dich aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen fühlst? |
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Ikarus-70
Anmeldungsdatum: 19.01.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 107 Wohnort: Ostfriesland
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Verfasst am: 17.05.2010 21:03 Titel: |
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Z.B.: Dass jemand mich nicht mag (und es auch zeigt),
Dass jemand etwas blöd findet, was ich tue oder sage,
Dass jemand verärgert über mich ist und es zeigt,
eben Zurückweisung. |
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Penny
Anmeldungsdatum: 21.12.2009 Letzter Besuch: 04.09.2010 Beiträge: 21
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Verfasst am: 20.05.2010 18:49 Titel: Zurückweisung |
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Wo hast Du denn gelesen, dass das ein Zeichen von Asperger ist?. Ich kann es mir jedenfalls gut vorstellen. Die meisten Aspies wollen ja durchaus zumindest ein paar Kontakte. Aufgrund ihrer Probleme verhalten sie sich sicher oft so, dass andere davon abgeschreckt werden. Und wenn man oft die Erfahrung gemacht hat, dass man auf andere abschreckend wirkt macht man sich wohl auch mehr Gedanken darüber.
Bei mir ist es bis zu einem gewissen grad auch so, dass ich diese Angst vor Zurückweisung habe. Wobei ich *offene* Zurückweisung nicht so schlimm finde. Wenn jemand mich offen nicht mag kann ich damit umgehen, denn dann weiß ich woran ich bin. Natürlich ist das nicht schön aber es geht. Viel schlimmer finde ich es wenn Leute mich eigentlich nicht mögen aber (aus Höflichkeit) sich verhalten als wär das nicht so. Dann habe ich vielleicht ständig die Ahnung, dass irgendwas nicht stimmt, kann aber nicht zu ordnen was.
Penny |
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Ikarus-70
Anmeldungsdatum: 19.01.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 107 Wohnort: Ostfriesland
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Verfasst am: 20.05.2010 22:22 Titel: |
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Ich glaube, ich habe es hier im Forum irgendwo gelesen.
Bei mir ist es so, dass ich *extreme* Angst vor Zurückweisung habe und mich schon gefragt habe, warum das so schlimm ist. Wäre ja schön einfach gewesen, das direkt mit dem Aspergersyndrom zu erklären.
Wobei Deine Erklärung natürlich auch logisch ist. |
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Bahia

Anmeldungsdatum: 10.05.2010 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 39
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Verfasst am: 20.05.2010 22:47 Titel: |
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Ich habe das auch irgendwo gelesen, aber leider ohne Erläuterung. Gerade sie fände ich interessant. Ich glaube nämlich nicht, dass es irgendeinem Menschen egal ist, wenn er zurückgewiesen wird. Niemand wird hurra schreien. Allerdings wird es Unterschiede geben in der Intensität, so wie jeder Mensch verschieden ist. Dem Einen macht es mehr aus, der Andere ist schneller darüber hinweg. Wo aber ist die Grenze, die aus gewöhnlich das macht, was man den Aspies zuschreibt?
Ich bin da hin und her gerissen. Einerseits bevorzuge ich klare Verhältnisse wie Penny, andererseits will ich natürlich nicht an den Kopf geknallt kriegen, wenn man mich nicht mag. Umgekehrt wird das mein Gegenüber von mir ebenso wenig mögen, sollte ich dies mit ihm tun. Da heißt es, einen gangbaren Kompromiss suchen. Das Problem ist nur, dass ich darunter oft was anderes zu verstehen scheine als meine Umgebung. Ich werde, wenn ich jemanden nicht mag oder nichts mit ihm anfangen kann, den Kontakt auf eine untere Ebene beschränken. Ich werde höflich grüßen, ansonsten aber Gespräche und Kontakte vermeiden. Ich gehe den Leuten aus dem Weg. Das wird meiner Umwelt nicht verborgen bleiben. Die anderen wiederum scheinen nichts dabei zu finden, liebliche Gespräche mit mir zu führen, obwohl sich hinterher herausstellt, dass sie sich an dritter Stelle über meine Arroganz beklagen. Mir ist dieses Verhalten unverständlich. In meinen Augen grenzt es an Verlogenheit. Aber ich gehe davon aus, es gehört zu den unverbindlichen Ritualen, die dort draußen gang und gäbe sind. |
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Sub Umbra Floreo

Anmeldungsdatum: 07.06.2010 Letzter Besuch: 23.08.2010 Beiträge: 21 Wohnort: Heidelberg
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Verfasst am: 10.06.2010 22:55 Titel: |
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Bis auf wenige Bruchstücke, wie die letzten Erinnerungsteile eines Traumes nachdem man erwacht ist, kann ich mich nicht an meine Kindheit erinnern aber meine Mutter erzählte mir, dass ich eigentlich immer meine eigenen Wege gegangen bin und mich nie darum bemüht habe, irgendwo dazu zu gehören. Irgendwann - gegen Ende der Gymnasialzeit schätze ich - hatte ich eine beinahe panische Angst vor Zurückweisung entwickelt. Ich gehe also davon aus, dass sie aus Angst resultierte. Außenseiter zu sein, nicht von den Kameraden gemocht zu werden, bedeutete körperliche und psychische Schmerzen. Irgendwie natürlich, dass sich soetwas im Unterbewusstsein einprägt. Eine ganz logische Konditionierung also.
Mittlerweile bin ich wieder soweit, dass mich die Meinung meiner Mitmenschen meist herzlich wenig interessiert. Egal ob man etwas Positives oder Negatives gesagt bekommt, kann sich die Meinung der Menschen nach ein paar Minuten schon wieder geändert haben (im Extremfall). Außerdem habe ich überhaupt nichts von der Meinung von fremden Menschen. Beim Chef ist es sinnvoll, wenn er positiv über einen denkt, sowie bei anderen Menschen mit denen man zwangsläufig häufig Kontakt hat. So denkt zumindest mein Kopf. Als empathischer Mensch hat mein Körper eine ganz andere Meinung, so dass ich an vergleichsweise harmlosen Zurückweisungen oder Auseinandersetzungen mitunter ziemlich zu knabbern habe, obwohl es mir vom Denken her wirklich egal ist. Weil meine körperliche Reaktion also nicht auszuschalten ist, meide ich am liebsten jedwede persönliche Konfrontation.
Auf jeden Fall kann ich es mir ebenfalls sehr gut vorstellen, dass man als Aspie gute Bedingungen hat um solch eine Angst vor Zurückweisung zu entwickeln. |
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Partikelkanone

Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Letzter Besuch: 04.09.2010 Beiträge: 31
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Verfasst am: 11.06.2010 14:15 Titel: |
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Ich kann mich bis zu dem Zeitpunkt zurückerinnern, in dem ich das erste Mal ein Bewußtsein ausgebildet hatte, was mit etwa 3 Jahren geschah, vorher war ich ein reiner Automat.
Aber ich habe ebenfalls mich nie bemüht krampfhaft irgendwo dazuzugehören, allerdings habe ich versucht Leute mir anzupassen, dass sie dann dachten und handelten wie ich.
Was ich allerdings wirklich mies finde, wenn man von vornherein ausgeschlossen und am Ende noch runtergemacht wird. Man muss nicht jeden mögen, aber dann ignoriert man den weitestgehend. |
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Sub Umbra Floreo

Anmeldungsdatum: 07.06.2010 Letzter Besuch: 23.08.2010 Beiträge: 21 Wohnort: Heidelberg
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Verfasst am: 11.06.2010 21:17 Titel: |
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Hallo Partikelkanone,
| Zitat: | | Was ich allerdings wirklich mies finde, wenn man von vornherein ausgeschlossen und am Ende noch runtergemacht wird. Man muss nicht jeden mögen, aber dann ignoriert man den weitestgehend. |
Ist sehr logisch und genau darin liegt in meiner Vorstellung das Problem. Ich sehe die meisten Menschen primär als instinktgebundene Tiere mit der theoretischen Fähigkeit, sporadisch nachzudenken. Ferner haben viele eine nur sehr bedingte Möglichkeit zur Selbstreflexion. Da Aspies meistens nicht konform mit dem Rudel gehen (so habe ich es jedenfalls verstanden) und dieses Verhalten normalerweise den Alpha-Tieren - sprich Anführern - vorbehalten ist, läuft es häufig folgendermaßen ab glaube ich: Der bisherige Anführer des Rudels (der Gruppe, Klasse, Abteilung, Team, etc) fühlt sich in seiner sozialen Machtstellung bedroht. Anführer beginnt Kampf, der irgendwo zwischen körperlicher und psychologischer Kriegsführung anzusiedeln ist, Mitläufer schließen sich an --> Mobbing. Der "Verlierer" sollte seine Niederlage eingestehen und entweder das Weite suchen, oder sich dem Rudel anpassen. Genau wie es beispielsweise die Wildschweine in freier Laufbahn machen (wobei die Menschen in unserem Lande zumeist psychologische Angriffe bevorzugen). Das ist natürlich nur eine von etlichen, möglichen Konstellationen. Ich möchte damit nur verdeutlichen, warum ich diese Verhaltensweise nicht leiden kann und trotzdem nicht verurteile. So wie ich von Wildschweinen niemals verlangen würde, die Bachen gerecht unter allen Ebern aufzuteilen, würde ich auch nicht von einem normalen Durchschnittsmenschen verlangen, sich vernünftig und sozial zu verhalten. Es gibt Grenzen in der individuellen Entwicklungsfähigkeit eines jeden Menschen, die man auch mit allen pädagogischen Kniffen und Methoden niemals wird überwinden können. Alles was einem übrig bleibt ist es, einen passablen Weg zur Koexistenz zu finden --> Friss oder stirb.
Nur ein paar meiner persönlichen, subjektiven Gedanken zu dem Thema. |
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