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Forum von Dianas Aspergerseite Forum über Autismus und Asperger Syndrom - und Spielzeug für Aspies!
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Ikarus-70
Anmeldungsdatum: 19.01.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 107 Wohnort: Ostfriesland
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Verfasst am: 26.05.2010 21:49 Titel: Es hat gefunkt - oder auch nicht. |
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Wenn man Geschichten hört, wie NTs sich kennenlernen, klingt das oft so:
"Ich hab ihn gesehen und dann hats gefunkt!"
oder
"Sie hatte das gewisse Etwas".
Ich glaube, ich habe nicht die geringste Vorstellung von dem, was da läuft.
Ich hatte als Jugendlicher öfters eine Freundin, und ich würde auch behaupten, dass ich sie geliebt habe. Ich bin jetzt 12 Jahre verheiratet und liebe meine Frau von Herzen.
Aber "gefunkt" hat bei mir noch nie was. Ich habe auch noch nie einen Menschen auf den ersten Blick geliebt, und wüsste auch gar nicht, warum ich das tun sollte.
Auch ein "gewisses Etwas" beim Partner ist nicht nötig.
Ich mag meine Frau eben, weil sie so lieb ist, und weil wir uns gut verstehen. Mehr ist da nicht, und ich vermisse auch gar nichts.
Geht anderen Aspies das genauso? |
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Partikelkanone

Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Letzter Besuch: 04.09.2010 Beiträge: 31
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Verfasst am: 26.05.2010 23:32 Titel: |
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Ja
Ich kenne dieses spontane Verlieben auch nicht, weil das in meinen Augen einfach unlogisch ist. Ich kann niemanden lieben, den ich nicht kenne.
Nein, ich muss erst genau wissen, wie derjenige tickt und wie er sich mit meinen Ansichten verträgt. Dann erst, mindestens ein halbes, eher noch mehr als ein ganzes Jahr muss vergehen, ehe ich dann sagen kann, den mag ich. Richtige Liebe spürte ich allerdings bisher erst einmal zu einem Menschen. |
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Bahia

Anmeldungsdatum: 10.05.2010 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 39
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Verfasst am: 27.05.2010 00:27 Titel: |
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Doch, ich kenne das, was man verknallen nennt. Hatte ich früher in meiner Jugend, Kinderkrankheit sozusagen.
Es ist unlogisch, hat nichts mit dem Kopf zu tun, sondern kommt rein aus dem Bauch. Ich nehme an, irgendwelche Endorphine oder wie diese Dinger heißen setzen Begehrlichkeiten in Gang. Es heißt ja nicht umsonst, Verliebtheit gehe mit Verblödung einher. Später, wenn der erste Rausch vorüber ist und der Kopf wieder zum Zug kommt, drängen sich andere Prioritäten in den Vordergrund. In meinem Fall haben sich alle Strohfeuer als Flops herausgestellt. |
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mor

Anmeldungsdatum: 12.09.2009 Letzter Besuch: 30.08.2010 Beiträge: 38 Wohnort: BW
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Verfasst am: 29.05.2010 02:01 Titel: |
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Ich stelle es mir anhand von Beiträgen und Erklärungen vor, versuche mir davon im Kopf davon Bilder zu machen, wie sich solch eine Verliebtheit anfühlen mag. Aber ich wüsste jetzt mal nicht bzw kan es nicht bewusst sagen, deuten, ob ich jemals im Leben wirklich verliebt war.
Da es mir auch nicht gerade leicht fällt, einige Gefühle jetzt richtig zu deuten, kann ich es daher der Person nicht eindeutig sagen.
Aber, wenn man verliebt wäre und nahe Personen, die einen kennen, merken, dass man plötzlich sich anders verhält als sonst (ausgenommen Pubertät), werde die es einem sagen? Ich meine, so eine Verliebtheit kann doch nicht einfach so dahingleiten, ohne, dass es jetzt zb andere etwa nahestehende Personen wzb Familie es nicht bemerken würden, oder? |
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Bahia

Anmeldungsdatum: 10.05.2010 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 39
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Verfasst am: 29.05.2010 10:46 Titel: |
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Also, diese Verliebtheit, die ich meine, ist eine Sache, die mit dem Kopf überhaupt nichts zu tun hat. Man sieht einen Menschen und findet ihn absolut anziehend, obwohl ich nicht definieren kann, was diese Anziehung genau ausmacht. In der Regel sind es fremde Menschen. Die Anziehung ist in erster Linie körperlicher Natur; man will diesen Menschen kennen lernen, mit ihm zusammen sein und körperliche Zärtlichkeiten austauschen (wie immer die aussehen mögen). Trotzdem findet man den gesamten Menschen vorbehaltlos toll, akzeptiert oder beklatscht nicht selten sogar Eigenschaften und Angewohnheiten, die einem unter normalen Umständen auf die Nerven gehen. Man ist also auf der gesamten Linie unkritsch. Wie gesagt, der Kopf ist dabei, wie es so schön heißt, „in die Hose gerutscht“, weil Liebe halt „blind macht.“
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass diese Form des Verknallens etwa sechs Wochen andauert; danach setzt der Verstand wieder ein. Dies sei offenbar von der Evolution so eingerichtet, damit ein Zyklus ausgeschöpft ist und es zu einer Konzeption kommen kann. Mit anderen Worten: Das Verknallen wird von Hormonen gesteuert und wir modernen Menschen, so eingebildet wir sein mögen auf unsere intellektuellen Fähigkeiten, werden noch immer von diesen arachischen Grundregeln geleitet. Allerdings braucht man, falls es einen erwischt, das Bedürfnis ja nicht umzusetzen; man kann sich dagegen entscheiden. Die meisten werden sich aber nicht dagegen verwehren wollen, weil das Verknalltsein ja mit Glücksgefühlen verbunden ist. Man schwebt, fühlt Kribbeln im Bauch, und überhaupt ist alles rosa und supertoll (Stichwort: Verblödung).
Der neutralen Umweilt bleibt dies nicht verborgen, denn die Verknallten benehmen sich entsprechend. Frisch Verliebte innerhalb der 6-Wochen-Phase sind die Pest: Hier „Schatzlein“, dort „Zuckerhase“, anschmachten, entrücktes Grinsen, ei-tei-tei auf der ganzen Linie. Ein normaler Umgang mit dieser Klientel ist meist nicht mehr möglich - sie haben gerade kein Interesse an Gesprächen über Politik und Kultur, und wollen auch nicht mit zur Radtour am Sonntag, es sei denn, der Zuckerhase darf mit. Unter diesen Umständen tun Freunde und Familie gut daran, die Turteltäubchen daheim zu lassen. Nach ein paar Wochen beginnen sie ja ohnehin langsam wieder normal zu werden. Dann wird sich entscheiden, ob die körperliche Anziehung ausreicht, um all die übrigen Bedürfnisse zu befriedigen, die man sonst noch so hat an eine Partnerschaft: Vertrauen, Treue z. B., Humor, Rücksicht, Verlässlichkeit. Vielleicht wird sich herausstellen, dass man sich eigentlich nichts zu sagen hat oder dass man nicht ständig in die Disco mitgeschleppt werden will (zunächst war man noch gern mitgegangen). Dann wird man sich fragen, was um Gottes Willen man an diesem Typ bloß gut gefunden hat.
Ich erläutere dies so ausführlich, weil ich aus den Posts hier herauslese, dass manche dieses Verknallen wohl nicht kennen. Ich selbst war damit in meiner Jugend gestraft – glücklicherweise nur hin und wieder. Es hat mir nämlich nicht wirklich was gebracht Heute setzt sich mein Wunsch nach Partnerschaft aus anderen Faktoren zusammen. Mir sind bestimmte Eigenschaften sehr wichtig; ich will darauf nicht verzichten. Folglich werde ich jemanden nur attraktiv finden, wenn er diese Eigenschaften mitbringt. Es ist ein stilles Ausschauhalten, kein spontanes Mitnehmen dessen, was einem die Hormone vorsprudeln. Sich verlieben definiere ich heute anders – kopflastig. Intellektuelle Fähigkeiten z. B. finde ich heute anziehend. Es hat sicher mit Reife zu tun. Mit 16 war alles neu, als Erwachsene kann man Prioritäten setzen und auswählen. Vielleicht sind bei mir die Hormone in den Kopf gerutscht. Aspies sollen in ihren Konsequenzen ja gesonders gut sein. |
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Ikarus-70
Anmeldungsdatum: 19.01.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 107 Wohnort: Ostfriesland
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Verfasst am: 30.05.2010 10:27 Titel: |
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Schöne ausführliche Erklärung, Danke!
Jetzt, wo ich drüber nachdenke, stelle ich fest, dass ich das Gefühl doch schon mal hatte! Ist nur ewig lange her. |
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Partikelkanone

Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Letzter Besuch: 04.09.2010 Beiträge: 31
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Verfasst am: 30.05.2010 23:34 Titel: |
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Ja sehr schön erklärt. Ich hatte dieses Gefühl bisher erst einmal und dann auch nicht so extrem wie beschrieben. Normales Denken und Gespräche über Sachthemen waren mit mir problemlos möglich.
Vielleicht fehlt mir in der Hinsicht einfach was, aber spontanes Verknallen, kenne ich nicht. Oben genanntes trat bei einem auf, den ich zuvor ein halbes Jahr kannte.
Allerdings ist es mir möglich sexuelle Erregung zu verspüren, die ziemlich stark bis unerträglich werden kann. Das ist aber etwas ganz anderes als Liebe. |
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Ikarus-70
Anmeldungsdatum: 19.01.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 107 Wohnort: Ostfriesland
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Verfasst am: 03.06.2010 21:10 Titel: |
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| Zitat: | | Allerdings ist es mir möglich sexuelle Erregung zu verspüren, die ziemlich stark bis unerträglich werden kann. Das ist aber etwas ganz anderes als Liebe. |
Das stimmt, und verknallt sein ist auch etwas anderes als Liebe. |
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